Vietnam Hintergrund

Hanoi Rote Brücke

Vietnam ist in den letzten 15 Jahren zu einer der bedeutendsten wirtschaftlichen Nationen in Asien aufgestiegen.

Seit der Öffnung Vietnams (Doi Moi) und der Aufhebung des Wirtschaftsembargos durch die USA erlebt die vietnamesische Wirtschaft einen kontinuierlich anhaltenden Boom, zeitweise wächst die Wirtschaft um mehr als zehn Prozent pro Jahr.

Das starke Wachstum geht vor allem vom Maschinen- und Anlagenbau, der Energiebranche, sowie der Automobilindustrie und dem Elektroniksektor aus. Die rasante Entwicklung der letzten Jahre führte dazu, dass Vietnam viele Investitionen aus dem Ausland anwerben konnte. International agierende Konzerne wie z. B. Samsung produzieren Spitzenprodukte für den Weltmarkt und entwickelten damit auch langsam eine Reihe von Zulieferern, die international konkurrenzfähig agieren können.

Doch auch deutsche Unternehmen sind in Vietnam bereits gut etabliert. Nach aktuellen Angaben der AHK Vietnam haben sich bereits 300 deutsche Unternehmen im Land angesiedelt bei einem Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern von etwa 8,8 Mrd. US-Dollar.

Sowohl diese Unternehmen, als auch innovative vietnamesische Firmen beklagen jedoch den Mangel an qualifizierten technischen Fachkräften – insbesondere in den mittleren Führungsebenen, also auf Bachelor- bzw. Techniker- und Meisterniveau. Wie in vielen Ländern außerhalb des deutschsprachigen Raums üblich, gibt es neben der beruflichen Erstausbildung, welche vornehmlich in Schulen abläuft, nur die akademische Bildung an Hochschulen. Infolge der steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz und des rasanten technologischen Wandels in der Produktion, wurde in der jüngeren Vergangenheit deutlich, dass insbesondere im mittleren Management und auf Ebene der Vorarbeiter eine Qualifizierungslücke entstanden ist.